Ratgeber

Fake-Shop: Geld zurück – was je nach Zahlungsart möglich ist

Ob Sie Ihr Geld zurückbekommen, entscheidet sich meist an einer Stelle: an der Zahlungsart. Manche Wege haben einen eingebauten Rückweg, andere kaum. Hier der Überblick mit den wichtigsten Fristen.

PayPal

Kann ich mein Geld mit PayPal von einem Fake-Shop zurückfordern? In vielen Fällen ja. Der PayPal-Käuferschutz greift, wenn ein bezahlter Artikel nicht ankommt oder erheblich von der Beschreibung abweicht. Einen Fall melden Sie im Konfliktlösungszentrum, und zwar innerhalb von 180 Tagen nach der Zahlung.

Wichtig: Der Käuferschutz gilt nicht für Zahlungen über die Funktion „Geld an Freunde und Familie senden“. Fake-Shops fordern genau diese Zahlungsart deshalb häufig an.

Kreditkarte

Bei Kreditkartenzahlungen können Sie über Ihre Bank eine Rückbuchung beantragen, das sogenannte Chargeback. Die Bank prüft den Fall nach den Regeln des Kartennetzwerks. Fristen und Formulare legt Ihre Bank fest, melden Sie sich deshalb so früh wie möglich. Haben Sie Ihre Kartendaten im Shop eingegeben, lassen Sie die Karte zusätzlich sperren.

Lastschrift

Eine SEPA-Basislastschrift können Sie innerhalb von acht Wochen nach der Belastung ohne Angabe von Gründen zurückgeben, meist direkt im Online-Banking. Das ist einer der sichersten Rückwege überhaupt.

Überweisung und Sofortüberweisung

Eine ausgeführte Überweisung lässt sich nicht einfach zurückbuchen. Ihre Bank kann die Empfängerbank aber um einen Rückruf bitten. Das gelingt nur, solange das Geld noch auf dem Empfängerkonto liegt. Rufen Sie deshalb sofort an, nicht erst nach Tagen.

Erstatten Sie parallel Anzeige. Mit der Vorgangsnummer können Bank und Polizei das Empfängerkonto gezielter prüfen.

Kauf auf Rechnung und Ratenkauf

Haben Sie noch nicht bezahlt, zahlen Sie nicht. Läuft die Rechnung über einen Zahlungsdienst, melden Sie dort, dass keine Ware geliefert wurde, und lassen Sie die Zahlung pausieren.

Gutscheinkarten und Kryptowährungen

Zahlungen mit Gutscheinkarten oder Kryptowährungen lassen sich praktisch nicht zurückholen. Seriöse Shops verlangen diese Zahlungsarten nicht. Erstatten Sie trotzdem Anzeige.

Was Sie in jedem Fall tun sollten

  • Belege sichern: Bestellung, E-Mails, Zahlungsbeleg, Seitenaufnahmen.
  • Anzeige erstatten, siehe Fake-Shop anzeigen.
  • Keine Gebühren an angebliche Rückholdienste zahlen.

Häufige Fragen

Wie lange habe ich bei PayPal Zeit?

Einen Fall im PayPal-Konfliktlösungszentrum können Sie innerhalb von 180 Tagen nach der Zahlung eröffnen. Je früher, desto besser.

Kann ich eine Lastschrift auch nach acht Wochen noch zurückgeben?

Die achtwöchige Frist gilt für autorisierte Lastschriften ohne Begründung. Danach bleibt nur der Weg über Bank und Polizei.

Holt Fakeshop TakeDown mein Geld zurück?

Nein. Wir untersuchen und melden Fake-Shops im Auftrag von Unternehmen, deren Marke missbraucht wird. Für die Rückholung Ihres Geldes sind Ihre Bank und Ihr Zahlungsdienst zuständig.